Die Regenzeit in Bolivien!

Posted by chriwe on 10 März, 2010 18:58

Es koennte der Eintrag mit den schoensten Bildern werden, aber irgendetwas hatte etwas dagegen (das Wetter) und so muesst ihr z.T. eure Fantasie beim bildlichen Ausschmuecken dieses Eintrags nutzen!

Aber zunaechst alles auf 0 oder besser 200Hoehenmeter und Rurrenabaque, dem wir nach 4,5 Wochen endgueltig den Ruecken zukehrten. Unser Ziel hiess Coroico und unser Weg dahin mal wieder die "Death Road". Aber es gab weder 'nen Unfall noch 'nen Absturz und der stolze 1. Touristenort Boliviens (Coroico) nahm uns in Empfang. Warum es ein Touristenort ist, ist klar, es liegt malerisch an die tropischen Haenge geklatscht und so konnten wir aus unserer Suite ueber die dampfenden Yungas schauen. Auch an Annehmlichkeiten mangelte es nicht. Swimming pool, 'ne deutsche Baeckerei (obwohl die italienische Konkurrenz um einiges besser war), Wasserfaelle (die sich in der Hitze ganz schoen kalt anfuehlten) und 2 Dresdner die direkt neben uns einzogen. So gabs kurzweilige Abende, schoene Tage und viel Entspannung.

der Ausblick von unsrer Terrasse

Aber es sollte nach 3 Tagen schon weiter gehen und unser naechstes Ziel hiess wieder einmal La Paz. Hier nutzten wir seit langem mal wieder die Annehmlichkeiten von Hospitalityclub, blieben somit den Touristenvierteln fern und schwelgten fortan im Luxus, denn Jacqueline lud in ihren Prachtbau ein. Und so verlebten wir 4 tolle Tage mit ihr, ihrer Haushaelterin (H)Ilda  und ihren 4 aufgeweckten Hunden.

 die Pre-Inkaruinen der Tiwanaku in Tiwanaku

Nachdem wir das Faulenzpotential genutzt und die organisatorischen Dinge erledigt hatten (Christiane hat 'nen neuen Pass und die 3-monatige Odysee ihrer Kreditkarte nahm ein gutes Ende), kam der aktionsreiche Anteil unseres Aufenthaltes. Jacqueline hatte wie jeden Sonntag zum Wandern eingeladen und ihr Neffe Lucas, (H)Ilda, eine weitere Freundin und wir folgten ihr nichtahnend was auf uns zukommen sollte. Raus aus La Paz und ueber saftig gruene Wiesen fuehrte der nicht erkennbare Weg ins Tal des ... Flusses. Ein traumhafter Weg und ein wunderschoenes Tal, was sich allerdings als sehr tueckisch erwies. Als wir den Weg, den Fluss mehrmals querend, entlang gingen schwoll dieser in Windeseile an und so stand man binnen 10 Sekunden nicht mehr 5cm ueber sondern 10cm unter der Wasserkante eines immer reisenderen Stroms. Zu allem Ueberfluss hatten Christiane und ich die selbe (typisch deutsche) Idee, die Schuhe nicht nass werden zu lassen und so zogen wir es unfreiwillig vor unsere Fuesse von 30cm grossen mitgeschwemmten Felsklumpen massieren zu lassen. Nachdem diese Tortur gemeistert war und wir gluecklich, wie auch eine schweizer Familie, am Ufer standen boten diese uns an in ihrem 4Personen Jeep zu 12. mit zu fahren und so kamen wir sehr schnell bei Jacquelines Haus an. Ohne diesen Gluecksumstand haette die anschliessende hauseigene Sauna wohl 4 weitere Stunden warten muessen, da die Kleinbusse die weggespuelten Strassenabschnitte nicht meistern konnten. Eigentlich haetten wir angesichts dieser Ereignisse vorgewarnt sein muessen das diese Jahreszeit zu recht Regenzeit genannt wird.

die Regenzeit..

Dennoch entschlossen wir uns in die Cordillera Apolobamba zu fahren, wo ein 4-5 Tage Trek auf uns wartete. Und es war toll. Rauhe Landschaften, seltene Tiere (Kondore, Viscazas und Alpakas satt), schneebedeckte Berge und hohe Paesse zogen an uns vorbei, genauso wie ein Nebel und Regenguss auf den anderen folgte.

   neugieriges Alpaka vor Berg

   der laut Lonely Planet atemberaubendste Ausblick der bolivianischen Anden (von links nach rechts: Cuchillo II, Llampu, Ancohuma -das im Vordergrund ist nur der Pass)

   bei diesem Anblick weis man nich ob man lachen oder weinen soll..

Es ist eine fantastische Wanderung aber bitte wenns trocken ist oder man wenigstens eine halbe Stunde am Tag Sicht hat. Am 4. Tag war es dann zuviel. Christianes Kopfschmerzen wurden mit steigender Hoehe immer mehr (4Tage zwischen 4000m und 4900m) und wir soffen regelrecht ab. Wir hatten die Schnauze ganz schoen voll zumal die LonelyPlanet-Beschreibung uns ein ums andere mal einige Hoehenmeter mehr einbrachte. So beschlossen wir am 4. Tage den Abbruch. Der 5. Tag hiess darauf hin warten, da es hier in Sunchuli, einem malerischen Goldgraeberdorf, keinen oeffentlichen Bus o.Ae. gab. Tags darauf passierte dann das, was wir uns schon so lange wuenschten. Die Sonne schien, es regnete nicht und man konnte die Berge vor blauem Himmel sehen, alle. Wie hatten wir diesen Augenblick herbeigesehnt um uns kaputt zu fotographieren und Bilder des Jahrhunderts zu schiessen. Einzig unsere Kamera spielte nicht mit, da sie Opfer des letzten grossen Regengusses wurde und nun statt dem Ausloeseklick nur noch einen Kurzschlussknall von sich gab. Und so bleibt uns nur uebrig die Impressionen der malerischen Rueckfahrt zu beschreiben.

 

Kantige Bergriesen, Cuchillo I und II und alles herum, riesige Gletscher, Eiszapfen am Fels, tief eingeschnittene Talsohlen (hoert sich sicher eigenartig an), atemberaubende Serpentinstrassen (hier lacht jeder ueber die angebliche "Death Road") und wunderschoene kleine Doerfer in den meist 3mal soviele Alpakas wie Menschen leben. Und mittlerweile sind wir in Charazani, unserem Ausgangsort, trocknen unsere Kamera und alles weitere Wichtige und holen unser Sonnendefizit auf.

Also machts gut, bis zum naechsten mal

Christiane und Uwe

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Kommentare

Happy birthday!

heike se | 13/03/2010, 19:57

Meine liebe Christiane, zu deinem heutigen Geburtstag wünsche ich dir das Allerbeste. Genieße deine letzten Wochen in der großen, weiten Welt, denn die Zeit läuft und dann beginnt der „Ernst des Lebens“. Ich freu mich schon auf euren nächsten Bericht. Die Berichte lesen sich immer wie ein neues Kapitel eines spannenden Abenteuerromans. Liebe Grüße schickt die Heike

:)

christiane | 13/03/2010, 20:14

danke liebe heike :)

Alles Gute nachträglich!

Beate | 14/03/2010, 17:38

Hey Christiane!
Ich wünsche dir noch alles Gute nachträglich zum Geburtstag! Weiterhin noch eine gute Reise und noch viele schöne Abenteuer. Lasst es euch noch gutgehen! Ich freu mich immer, wenn ich eure Berichte lesen kann:-)
Viele liebe Grüße
Beate

Ich komme wieder mit ...

Ben | 27/03/2010, 14:37

Danke Uwe,

für die letzte mail und die Blog-Adresse. Jetzt kann ich Euch aus der Ferne wieder begleiten. Wirklich faszinierend was Ihr so erlebt.

Grüße an Euch beide aus dem verregneten Berlin
Ben

Re: Die Regenzeit in Bolivien!

Christoph (ehm. WUMS) | 11/04/2010, 22:10

Hey ihr zwei,

habe nach langer Zeit auch mal wieder reingeschaut ... ihr habt ja mitlerweile den Kontinent gewechselt!! Echt Klasse das ihr noch on Tour seid.
Wollte eigentlich bloß mal sehen ob ihr auch mal wieder in Deutschland anzutreffen seid. Aber zieht sich scheinbar noch ne Weile ... aber lasst euch ruhig Zeit es wird schnell genug langweilig. *g*
Also denn seit mal weiter auf der Hut ... bei so viel wildem Getier 5m Anacondas ... Pumas und Moskitos. *g*